Betriebliche Altersvorsorge · Durchführungsweg
Direktversicherung: die Betriebsrente über den Arbeitgeber.
Die Direktversicherung ist der häufigste Weg, eine betriebliche Altersvorsorge umzusetzen: dein Arbeitgeber schließt den Vertrag, du zahlst aus dem Brutto ein und sparen Steuern und Sozialabgaben. Hier erklären wir den Durchführungsweg — die grundsätzliche bAV-Mechanik steht ausführlich auf der bAV-Seite.
Was ist die Direktversicherung?
Die Direktversicherung ist einer von fünf Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge — und der am weitesten verbreitete. dein Arbeitgeber schließt eine Renten- oder Lebensversicherung ab, Versicherungsnehmer ist der Betrieb, begünstigt sind Sie. Finanziert wird sie meist über Entgeltumwandlung: Ein Teil deines Bruttogehalts fließt direkt in den Vertrag.
Weil der Weg zur bAV gehört, gelten dieselben Förderregeln und derselbe Arbeitgeberzuschuss.
So funktioniert die Direktversicherung
- Der Arbeitgeber schließt den Vertrag
Bei der Direktversicherung ist dein Arbeitgeber Versicherungsnehmer und schließt eine Renten- oder Lebensversicherung zu deinen Gunsten ab. Du bist die versicherte und bezugsberechtigte Person.
- Vom Brutto, per Entgeltumwandlung
dein Beitrag wird vom Bruttogehalt einbehalten, bevor Steuern und Sozialabgaben anfallen. Dadurch sinkt dein echter Netto-Aufwand — die gleiche Rechnung wie bei der bAV insgesamt.
- Der Arbeitgeber legt drauf
Soweit der Arbeitgeber durch die Umwandlung Sozialabgaben spart, muss er mindestens 15 % Zuschuss zahlen (§ 1a Abs. 1a BetrAVG).
- Später kommt die Rente
Im Ruhestand wird das angesparte Kapital als lebenslange Rente oder auf Wunsch als Kapital ausgezahlt — dann steuer- und meist beitragspflichtig (siehe unten).
Die Förderung, gesetzlich belegt
Die staatliche Förderung läuft über zwei Grenzen, jeweils bezogen auf die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der allgemeinen Rentenversicherung:
- Anspruch auf Entgeltumwandlung bis zu 4 % der BBG — jeder Arbeitnehmer kann sie verlangen. § 1a Abs. 1 BetrAVG
- Steuerfrei sind Beiträge bis zu 8 % der BBG pro Jahr (2026: BBG 101.400 € — entspricht rund 8.112 €). § 3 Nr. 63 EStG
- Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 %, soweit der Arbeitgeber durch die Umwandlung Sozialabgaben spart. § 1a Abs. 1a BetrAVG
Was das netto kostet, rechnest du auf der bAV-Seite selbst durch — die Zahlen sind identisch.
Was beim Jobwechsel gilt
Eine häufige Sorge — hier die Rechtslage:
- Unverfallbarkeit: deine Anwartschaft bleibt dir erhalten, sobald du das 21. Lebensjahr vollendet hast und die Zusage mindestens drei Jahre bestand. § 1b BetrAVG
- Mitnahme: Beim Arbeitgeberwechsel kannst du den gebildeten Übertragungswert innerhalb eines Jahres zum neuen Arbeitgeber übertragen. § 4 BetrAVG
Ehrlich: Vorteile und Nachteile
Dafür spricht
- Niedriger Netto-Aufwand durch Steuer- und Sozialabgabenersparnis in der Ansparphase
- Mindestens 15 % Arbeitgeberzuschuss, soweit er Sozialabgaben spart
- Bequem über die Gehaltsabrechnung, der Anspruch steht jedem Arbeitnehmer zu
- Beim Jobwechsel unverfallbar und mitnahmefähig (§ 1b, § 4 BetrAVG)
Das musst du wissen
- Die Auszahlung wird nachgelagert versteuert (§ 22 Nr. 5 EStG)
- In der gesetzlichen Krankenversicherung fallen Beiträge an, oberhalb eines Freibetrags (§ 229 SGB V)
- Die spätere gesetzliche Rente sinkt geringfügig, weil das beitragspflichtige Einkommen niedriger ist
- Das Kapital ist bis zur Rente gebunden — wenig flexibel; auf Kosten des Vertrags achten
Ob sich die Direktversicherung für dich lohnt, hängt von Einkommen, Arbeitgeberzuschuss und Laufzeit ab. Genau das rechnen wir gemeinsam durch — mit dem Netto-Aufwand und den Punkten in der Auszahlungsphase, auch den unbequemen. Quellen zu den Nachteilen: Verbraucherzentrale.
Häufige Fragen zur Direktversicherung
Ist die Direktversicherung dasselbe wie die bAV?
Die Direktversicherung ist einer von mehreren Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge — der häufigste. Die grundsätzliche Mechanik (Entgeltumwandlung, Steuer- und Abgabenersparnis, 15 % Arbeitgeberzuschuss) ist dieselbe wie auf unserer bAV-Seite erklärt.
Was passiert beim Jobwechsel?
Nach einer Wartezeit ist deine Anwartschaft unverfallbar (§ 1b BetrAVG). Beim Arbeitgeberwechsel kannst du den gebildeten Übertragungswert innerhalb eines Jahres zum neuen Arbeitgeber mitnehmen (§ 4 BetrAVG) oder den Vertrag ruhen lassen bzw. privat weiterführen.
Muss ich die Rente später versteuern?
Ja. Was in der Ansparphase steuer- und abgabenfrei bleibt, wird in der Auszahlung nachgelagert versteuert (§ 22 Nr. 5 EStG). Zusätzlich fallen in der gesetzlichen Krankenversicherung Beiträge an, oberhalb eines Freibetrags (§ 229 SGB V).
Sinkt dadurch meine gesetzliche Rente?
Etwas, ja. Weil auf den umgewandelten Teil keine Sozialabgaben gezahlt werden, ist dein rentenversicherungspflichtiges Einkommen niedriger — die spätere gesetzliche Rente fällt geringfügig kleiner aus. Das rechnen wir ehrlich mit ein.
Rechne deinen Netto-Aufwand aus
Der bAV-Rechner zeigt in einer Minute, was eine Entgeltumwandlung netto kostet und was mit Arbeitgeberzuschuss daraus wird. Nachvollziehbar, ohne Anmeldung.
Fragen zur Direktversicherung?
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