Existenz & Einkommen
Wenn du morgen nicht mehr da bist — wovon leben die anderen?
Es ist die unangenehmste Frage in der Vorsorge und die am schnellsten beantwortete. Sie stellt sich nur, wenn Menschen von deinem Einkommen abhängen.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
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Die kleine Witwen- oder Witwerrente läuft längstens 24 Kalendermonate (§ 46 Abs. 1 SGB VI). Die große setzt ein Kind unter 18, das vollendete 47. Lebensjahr oder Erwerbsminderung voraus.
Was der Staat leistet -
Nach dem Sterbevierteljahr fällt der Rentenartfaktor von 1,0 auf 0,25 (kleine) beziehungsweise 0,55 (große Rente) — § 67 SGB VI.
Die Faktoren im Gesetz -
Die nötige Summe ergibt sich aus Restschuld, laufenden Kosten mal Zeitraum und einmaligen Kosten — abzüglich dessen, was schon da ist.
Die vier Posten ansehen -
Ohne Todesfall gibt es keine Leistung und nichts zurück. Wer niemanden abzusichern hat, braucht sie nicht.
Vor- und Nachteile ehrlich
Drei Sätze, die fast jeder dazu sagt
Meine Familie bekommt ja Witwenrente, das reicht.
Sie ist kleiner und kürzer, als die meisten denken. Die kleine Witwen- oder Witwerrente wird längstens 24 Kalendermonate gezahlt (§ 46 Abs. 1 SGB VI). Die große Rente gibt es nur, wenn ein Kind unter 18 erzogen wird, das 47. Lebensjahr vollendet ist oder Erwerbsminderung vorliegt (§ 46 Abs. 2 SGB VI). Wer keine dieser Bedingungen erfüllt, steht nach zwei Jahren ohne diese Leistung da. Und die Höhe: Nach dem Sterbevierteljahr sinkt der Rentenartfaktor auf 0,25 bei der kleinen und 0,55 bei der großen Rente (§ 67 Nr. 5 und 6 SGB VI) — gerechnet auf die Entgeltpunkte der verstorbenen Person, nicht auf euer Haushaltseinkommen.
Ich habe doch eine Lebensversicherung über die Arbeit.
Das ist meist eine betriebliche Hinterbliebenenleistung — sie hängt am Arbeitsverhältnis und endet oft mit ihm. Wer den Arbeitgeber wechselt oder selbstständig wird, verliert sie. Prüf im Zweifel, was genau zugesagt ist und ob die Leistung an den Betrieb gebunden ist.
Die Risikolebensversicherung lohnt sich nicht, da bekommt man ja nichts zurück.
Richtig — und genau das ist der Zweck. Sie spart nichts an, deshalb ist sie im Verhältnis zur abgesicherten Summe günstig. Wer Absicherung und Sparen in einem Produkt bündelt, zahlt für beides mehr und bekommt in der Regel weniger Absicherung. Sparen gehört woanders hin.
Drei Fragen, dann weißt du, ob es dich betrifft
Frage 1 von 3Auswertung: Dann brauchst du sie vermutlich nicht
Gibt es Menschen, die von deinem Einkommen leben — Kinder, Partnerin, Angehörige?
Läuft eine Finanzierung, die nach deinem Tod weiterbedient werden müsste?
Wüssten deine Angehörigen, wovon sie im ersten Jahr ohne dein Einkommen leben?
Dann ist die Frage berechtigt
Mindestens ein Punkt trifft zu. Damit geht es nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um Höhe und Laufzeit — und beides lässt sich aus deinen tatsächlichen Verpflichtungen ableiten.
Dann brauchst du sie vermutlich nicht
Wenn niemand von deinem Einkommen abhängt und keine gemeinsamen Schulden bestehen, ist eine Risikolebensversicherung verzichtbar. Das sagen wir lieber deutlich, als dir etwas zu verkaufen, das ins Leere läuft. Ändert sich deine Lage — Kind, Immobilie, Heirat — lohnt der zweite Blick.
Was der Staat leistet — und wie lange
Es gibt eine gesetzliche Hinterbliebenenversorgung. Sie ist nur schmaler und kürzer, als ihr Ruf vermuten lässt.
- Die kleine Witwen- oder Witwerrente wird längstens für 24 Kalendermonate nach dem Sterbemonat gezahlt. § 46 Abs. 1 SGB VI
- Die große Rente setzt voraus, dass ein Kind unter 18 Jahren erzogen wird, das 47. Lebensjahr vollendet ist oder Erwerbsminderung besteht. § 46 Abs. 2 SGB VI
- Die Höhe steht an anderer Stelle: Im Sterbevierteljahr — bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach dem Sterbemonat — gilt der Rentenartfaktor 1,0. Danach fällt er auf 0,25 (kleine Rente) beziehungsweise 0,55 (große Rente). § 67 Nr. 5, 6 SGB VI
Warum die Faktoren getrennt stehen: § 46 SGB VI regelt Anspruch und Dauer, nicht die Höhe — die Rentenartfaktoren 0,25 und 0,55 stehen in § 67 SGB VI. Beide Fundstellen gehören zusammen; wer die Prozentsätze § 46 zuschreibt, zitiert falsch.
Und was ein Faktor nicht ist: eine Prozentangabe auf euer bisheriges Einkommen. Der Faktor wirkt auf die Entgeltpunkte der verstorbenen Person — also auf deren erworbene Rentenanwartschaft. Wie viel am Ende ankommt, hängt zusätzlich daran, was von eigenem Einkommen der hinterbliebenen Person angerechnet wird. Deshalb steht hier kein Eurobetrag.
Wie sich die Summe ergibt
Keine Faustformel, sondern eine Aufstellung. Diese vier Posten ergeben zusammen die Summe, die tatsächlich gebraucht wird — jeder davon steht bei dir anders.
- Restschuld
Was von einer Immobilien- oder anderen Finanzierung offen ist. Dieser Posten ist exakt bezifferbar — er steht im Darlehensvertrag.
- Laufende Kosten mal Zeitraum
Miete oder Rate, Lebenshaltung, Versicherungen — multipliziert mit den Jahren, die überbrückt werden sollen. Als Anhaltspunkt: bis das jüngste Kind eigenständig ist.
- Einmalige Kosten
Bestattung, mögliche Umzugs- oder Umbaukosten, eine Übergangszeit ohne Erwerbstätigkeit der hinterbliebenen Person.
- Minus: was schon da ist
Vorhandenes Vermögen, betriebliche Hinterbliebenenleistungen und die gesetzliche Rente, soweit ein Anspruch besteht.
Rechtliche Grundlage der gesetzlichen Leistung: § 46 SGB VI, Stand 04.08.2026. Die Aufstellung ist eine Struktur zum Selbstausfüllen, kein Rechenergebnis — sie enthält bewusst keine Beispielbeträge, weil jeder Posten individuell ist.
Ehrlich: Vorteile und Nachteile
Dafür spricht
- Hohe Summen zu vergleichsweise niedrigem Beitrag, weil nichts angespart wird
- Die Leistung kommt als Kapital — damit lässt sich eine Finanzierung ablösen
- Laufzeit und Summe lassen sich an die tatsächliche Verantwortung koppeln
- Bei gemeinsamen Finanzierungen oft die einzige Absicherung, die im Ernstfall trägt
Das musst du wissen
- Ohne Todesfall gibt es keine Leistung und kein Geld zurück — das ist der Preis für den günstigen Beitrag
- Gesundheitsfragen sind Pflicht; falsche Angaben können den Anspruch kosten (§ 19 VVG)
- Wer niemanden abzusichern hat, braucht sie nicht — dann ist jeder Beitrag zu viel
- Das Bezugsrecht wird oft einmal gesetzt und nie wieder angesehen
Eine der klarsten Absicherungen überhaupt: Entweder es hängt jemand von dir ab, dann ist sie fast alternativlos — oder eben nicht, dann brauchst du sie nicht.
Ob überhaupt jemand von deinem Einkommen abhängt — und mit welcher Summe: Der Bedarfscheck klärt beides.
Bedarfscheck startenSo gehen wir vor
- Verantwortung benennen
Wir schauen, wer im Ernstfall wovon leben müsste — und wie lange. Ohne diese Frage ist jede Summe geraten.
- Summe aus Verpflichtungen ableiten
Restschuld einer Finanzierung, laufende Fixkosten für einen festgelegten Zeitraum, Ausbildung der Kinder. Daraus ergibt sich eine Zahl, keine Faustformel.
- Laufzeit an die Verantwortung koppeln
Die Absicherung sollte so lange laufen, wie jemand von dir abhängt — bis zur Tilgung, bis die Kinder eigenständig sind. Danach braucht es sie in der Regel nicht mehr.
- Bezugsrecht sauber regeln
Wer die Leistung bekommen soll, gehört ausdrücklich in den Vertrag. Das ist der Punkt, der im Ernstfall am häufigsten für Ärger sorgt — und der am schnellsten geklärt ist.
Häufige Fragen zur Risikolebensversicherung
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Sie leitet sich aus deinen Verpflichtungen ab, nicht aus einer Pauschale: die Restschuld einer Finanzierung plus die laufenden Kosten für den Zeitraum, den du überbrücken willst. Verbreitete Faustformeln wie „das Dreifache des Jahresbruttos“ sind Orientierung, keine Berechnung — sie kennen weder deine Schulden noch deine Familie.
Wie hoch ist die Witwenrente denn nun?
Sie bemisst sich nicht an eurem Haushaltseinkommen, sondern an den Entgeltpunkten der verstorbenen Person. Im Sterbevierteljahr gilt der Rentenartfaktor 1,0, danach 0,25 bei der kleinen und 0,55 bei der großen Witwenrente (§ 67 Nr. 5 und 6 SGB VI). Zusätzlich wird eigenes Einkommen der hinterbliebenen Person oberhalb eines Freibetrags angerechnet. Einen konkreten Eurobetrag kann deshalb nur die Rentenauskunft liefern.
Was ist der Unterschied zur Kapitallebensversicherung?
Die Risikolebensversicherung sichert nur den Todesfall ab und spart nichts an. Dadurch ist sie im Verhältnis zur Summe deutlich günstiger. Die Kapitallebensversicherung verbindet Absicherung und Sparvorgang — was beides teurer und weniger transparent macht.
Brauche ich sie auch ohne Kinder?
Nur, wenn jemand anderes von deinem Einkommen abhängt oder gemeinsame Schulden bestehen. Bei einer gemeinsamen Immobilienfinanzierung trifft das regelmäßig zu, auch ohne Kinder. Wer allein lebt und keine Verpflichtungen hat, braucht sie in der Regel nicht — das sagen wir auch so.
Was passiert, wenn wir uns trennen?
Der Vertrag läuft weiter, das Bezugsrecht aber nicht automatisch mit der Lebenssituation. Nach Trennung, Scheidung oder Umschuldung gehört es überprüft — sonst bekommt am Ende jemand die Leistung, den du nicht mehr im Sinn hattest.
Muss ich Gesundheitsfragen beantworten?
Ja, und sie müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden (§ 19 VVG). Der Umfang ist meist geringer als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, die Folgen einer Falschangabe sind dieselben: Der Versicherer kann im Leistungsfall zurücktreten.
Was dazugehört
Berufsunfähigkeit
Sichert das andere, statistisch wahrscheinlichere Risiko ab: dass du lebst, aber nicht mehr arbeiten kannst.
Baufinanzierung
Läuft eine Finanzierung, gehören Restschuld und Absicherung zusammen gedacht — nicht nacheinander.
Alle Bausteine im Überblick
In welcher Reihenfolge die Absicherungen sinnvoll sind.
Fragen zur Risikolebensversicherung?
Dein Ansprechpartner
Lion ParkVermögensberaterErst klären, ob es dich betrifft
Im Bedarfscheck siehst du in wenigen Minuten, welche Absicherung bei dir zuerst dran ist — und welche du dir sparen kannst.
Wir sind für dich da
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